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Gemeinde Jagstzell

Geboren wurde ich im Jahr 1956 in Jagstzell, einem Ort mit ca. 2300 Einwohnern, welches ungefähr zwischen Ellwangen und Crailsheim liegt, also im Süden Deutschlands. Größere Städte in der Nähe sind z.B. Aalen (30 km südlich); Ulm (100 km südlich); Stuttgart (100 km südwestlich); München (200 km südöstlich).

Mein Geburtshaus liegt im jetzigen "Buchgehrenweg". Später sind wir dann in das neu gebaute Haus in den "Oberen Triebweg" umgezogen.

Den katholischen Kindergarten besuchte ich ebenfalls in Jagstzell. Die Grundschule wurde ebenfalls von 1962 bis 1966 in Jagstzell besucht.

Jagstzell rühmt sich, mit Rom verglichen werden zu können, da sich nicht nur Rom, sondern auch Jagstzell über 7 Hügeln erstreckt. 

                                       

Das obere Bild zeigt die Alte Schule, wo ich die Grundschule besuchte, links ist das Rathaus und rechts die Jagstzeller Kirche St. Vitus.

 

Zur Geschichte von Jagstzell

An der mehr als tausendjährigen Grenze zwischen Schwaben und Franken liegt Jagstzell. Zunächst eingebettet in das Tal der Jagst, dann aber auch hinaufsteigend auf die nahen Höhen. Die Gemeinde hat sich im letzten halben Jahrhundert beachtlich entwickelt.

Dagegen lässt die Erforschung der Frühgeschichte noch viel zu wünschen übrig. Sicher ist, dass es sich hier um eine kirchliche Gründung handelt. Diesem Umstand hat es Jagstzell auch zu verdanken, dass es recht früh in der schriftlichen Überlieferung genannt wird. So wird berichtet, dass Abt Adelbert I., der von 1136 bis 1173 der Abtei Ellwangen vorstand, in der Pfarrei Stimpfach, und zwar in der Cella Sancti Viti, ein kleines Frauenkloster eingerichtet habe. Es handelt sich hier um unser Jagstzell, das nach dem Wortlaut der Urkunde damals schon bestanden hat.

Die Bezeichnung Cella Sancti Viti erinnert an die Angaben einer älteren Geschichtsquelle. In der aus dem Jahr 1105 erhaltenen, auf einer älteren Fassung fußenden Lebensbeschreibung des Erzbischofs Anno II. von Köln, der aus schwäbischem Geschlecht stammte und am 4. Dezember 1075 dem von ihm gegründeten Kloster Siegburg gestorben ist, heißt es, an Weihnachten 1073 habe Abt Reginger von Ellwangen diesem Erzbischof erzählt, vor langen Jahren habe ein burgundisch-allemannischer Adeliger an einem Ort in Schwaben, der Cella Sancti Viti genannt wird, eine Kirche für einen Mönchskonvent erstellt; dieser Kirch habe er auch Reliquien aus Dijon in der Diözese Langres besorgt. Diese Mönchskirche sei später ellwangisch geworden. Tatsächlich übertrug Bischof Herold von Würzburg (1165 - 1181) im Jahr 1170 die ellwangische Pfarrei Stimpfach, der in ihrem Pfarrsprengel gelegenen Cella Sancti Viti (Wirt. Urkundenbuch 2 Nr. 390).Jagstzeller Wappen

Auf Grund dieser und anderer geschichtlicher Hinweise ist das heutige Wappen von Jagstzell entstanden und zu erklären. Das Grundwort -zell geht auf das lateinische cella zurück und bedeutet eine kleine klösterliche Niederlassung; sie entstand zur Zeit der Karolinger und wurde später in ein Frauenkloster umgewandelt. Zum Unterschied von anderen, zur gleichen Zeit gegründeten Zellorten wie Bühlerzell und Eigenzell, erhielt das hiesige Kloster den Namen Frauenzell oder Jagstzell. Dieser letzterer Name ist dem Ort geblieben. Das Kloster der hier ansässigen Benediktinerinnen bestand ungefähr zweihundert Jahre. Daran knüpft das Ortswappen an, das von Hermann R. gestaltet wurde. Man erkennt eine um eine Kirche gruppierte quadratische Klosterburg mit Wehrtürmen. Die vordere Mauerfront ist durch ein rundbogiges Tor unterbrochen, über dessen Dach eine Nonne in der Tracht der Benediktinerinnen sichtbar wird. Der untere Teil des Wappens zeigt einen Fluss, in welchem "rechtshin" eine Forelle schwimmt. Die verschiedenen Wappenteile sind so zusammengestellt, dass sie auch in der kleinen Form des Gemeindetempels deutlich erkennbar sind. Das Wappen ist vom Standpunkt des Historikers wie des Archäologen aus gestaltet. Es ist ein sogenanntes redendes Wappen, weil es von der Frühgeschichte der Gemeinde berichtet. (Aus der "Beschreibung des Oberamts Ellwangen", Band I von 1886, S. 157f und 161)

 

Die jüngere Geschichte Jagstzells

Jagstzell ist 38 qkm groß und liegt im Ostalbkreis. Die Höhenmarke am Bahnhof zeigt 423 m an, an der Kreisgrenze beträgt die Höhenlage 409 m. Die höchsten Erhebungen werden beim Stollenbuck mit 513 m und Eulenbuck mit 516 m gemessen. Die Jagst durchfließt von Süden nach Norden in vielen Windungen die Markung. Seit die Eisenbahn ab 15. November 1866 durch das Jagsttal fährt und Jagstzell Bahnstation ist, hat sich auch das Ortsbild stark verändert.

Die beiden Weltkriege schlugen auch in die Gemeinde tiefen Wunden. Im Ersten Weltkrieg haben 40 Jagstzeller ihr Leben für das Vaterland geopfert, zwei Männer blieben vermisst. Im Zweiten Weltkrieg sind 91 Jagstzeller gefallen und 42 wurden als vermisst gemeldet. Mit dem Kriegerdenkmal an der Ostseite der Kirche errichtete die Gemeinde den Gefallenen und Vermissten eine würdige Gedenkstätte. 

Nach dem Krieg wurden die Kriegsschäden im Dorf schnell behoben. Am 10. August 1954 war die Einweihung der neuen Steinbrücke über die Jagst. Die SS hatte die frühere Brücke bei ihrem Rückzug gesprengt. Eine hölzerne Notbrücke diente seither dem Verkehr. Seine Schutzherrschaft über die Brücke und alle, die sie überqueren, trat St. Nepomuk am 3. Juni 1956 an. Das Schwesternhaus mit Kindergarten und Jugendräumen wurde 1956 erbaut. Die Schule auf dem Badberg konnte im Jahr 1962 bezogen werden. Im Jahr 1967 kam die Turn- und Festhalle auf dem Badberg dazu.

Die Anfang der 70er Jahre durch das ganze Land grassierende Verwaltungsreform, die Kreis- und Gemeindereform, machte auch vor der Gemeinde Jagstzell nicht halt. Während die Zugehörigkeit zum damaligen Kreis Aalen und dem auf 1. Oktober 1973 aus den früheren Kreisen Aalen und Schwäbisch Gmünd neugebildeten Ostalbkreis unangetastet blieb, gab es doch Bestrebungen im Zuge der Gemeindereform zusammen mit den Nachbargemeinden eine Einheitsgemeinde zu bilden. Man glaubte darin eine Stärkung des zwischen den beiden großen Kreisstädten Ellwangen und Crailsheim gelegenen ländlichen Raumes zu sehen. Doch die heikle Standortfrage des späteren Verwaltungs- und Schulsitzes ließ die seit Jahrhunderten schon rivalisierende Bevölkerung der Gemeinden nicht zusammenfinden; so blieb die Gemeinde Jagstzell verschont von diesen Reformbestrebungen und musste sich lediglich im Zuge des Gemeindereformgesetzes mit den die Stadt Ellwangen umgebenden Gemeinden in einer sogenannten "Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Ellwangen" lose zusammenschließen.

Die Schulentwicklungspläne des Landes Baden-Württemberg sahen zunächst die Auflösung der einzügig geführten Hauptschule vor. Doch im Jahr 1979 wurde der Bestand und die Weiterführung der eineinhalbzügig geführten Grund- und Hauptschule Jagstzell vom Kultusministerium garantiert und der Erweiterungsbau behördlicherseits genehmigt.

Am 30. Juli 1973 erhielt Herr Bürgermeister Otto L. in Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste um die Gemeinde Jagstzell und zugleich für sein 25jähriges Wirken als Ortsoberhaupt das Bundesverdienstkreuz durch Landrat Gustav W. verliehen.

Wenige Wochen nach der Investitur von Herrn Pfarrer Ludwig H. wurde am 14. November 1973 der neugewählte Bürgermeister Wilfried H. von Landrat W. in sein Amt eingeführt. Gleichzeitig wurde der Altbürgermeister Otto L., dem der Abschied von seinem Rathaus sichtlich schwer fiel und dem leider nur noch ein halbes Jahr im verdienten Ruhestand vergönnt war, verabschiedet.

Das im 16. Jahrhundert erbaute Pfarrhaus wurde am 24. September 1974 niedergerissen und am 24. Oktober 1974 Richtfest am neuen Pfarrhaus gefeiert. Für die über 250 Jahre alte Schule war ihre Zeit im Juni 1975 abgelaufen. Sie wurde abgerissen und an ihrer Stelle Parkplätze erbaut. Die am 19. August 1977 in Betrieb genommenen neu erstellte mechanisch-biologische Sammelkläranlage musste in den vergangenen Jahren wegen häufiger Überschwemmungen hochwassersicher mit einem Wall umgeben werden.

Umfangreiche Straßenbauten, die das Ortsbild wesentlich veränderten, besonders die Neugestaltung des Platzes zwischen dem 1819 erbauten und 1934 aufgestockten Rathaus und der 1895 erbauten Schule, der Linksabbiegespur in die Hauptstraße, der errichteten Mauer an der B 290, sowie der Verlegung der Kirchentreppe konnten nach mehrjähriger Bauzeit 1980 abgeschlossen werden. Aus Freude darüber fand das erste Jagstzeller Straßenfest vom 7. -  8. Juni 1980 unter Mitwirkung aller Vereine statt.

Die Furt durch die Jagst, die als Ersatz für die alte Holzbrücke über die Jagst in den Jagstweisen erstellt wurde, konnte im Juli 1982 freigegeben werden.

Die allseitigen Dorfverschönerungsmaßnahmen, auch der Ausbau des Triebweges und der Christgasse, haben dem  Ortskern ein völlig neues Gesicht gegeben und lassen diesen Teil des Dorfes kaum wiedererkennen. Das Jagsttal wird immer wieder nach starken Unwettern und Gewitterregen von Hochwasser heimgesucht. Von dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 1955 zeugt noch heute eine Marke an der Bahnunterführung der B 290 - das Wasser überflutete damals die Straße um 1,12 m.

Die Gemeinde ist deshalb schon seit Jahrzehnten Mitglied im Wasserverband "Obere Jagst", der sich die Schaffung vieler Rückhaltestaubecken im Ellwanger Raum zur Aufgabe gemacht hat (in Jagstzell Fischbach- und Orrotsee). Dank dieser Becken und des im Jahr 1983 im Jagstbett an der Jagstbrücke erstellten Wasserpegelmessers ist Hochwasser durch die Wasserwirtschaftsverwaltung eher "in den  Griff" zu bekommen. Trotz der jedoch weiterhin bestehenden Hochwassergefahr hat die Jagstzeller Bevölkerung einer Umgehungsstraße, die auch im Falle eines Hochwassers die Gemeinde Jagstzell nicht mehr in zwei Teile trennen sollte, im Wege eines Bürgerentscheides nicht zugestimmt.

Der 1982/83 durchgeführte Erweiterungsbau der Grund- und Hauptschule wurde von der Bevölkerung in einem vom Lehrerkollegium großartig gestaltetem Schulfest begeistert gefeiert. Das konzeptionell interessante und funktionell gut ausgestattete Gebäude dominiert auf dem Badberg unmittelbar über der Ortsmitte.

Leider musste im Jahr 1982 der gemeindliche Regiefarrenstall aufgegeben werden, da sich niemand fand, der diese Anlage weitergeführt hätte. Nach dem Umbau in ein schmuckes Feuerwehrgerätehaus mit DRK-Räumen und Bauhof konnte 1988 die Einweihung des "Rettungszentrums" gefeiert werden. Eine sinnvolle Weiternutzung des Farrenstalles wurde geschaffen. Der Sportverein konnte im Jahr 1987 sein neues Vereinsheim mit Gaststätte in der Jagstaue nach achtmonatiger Bauzeit einweihen.

Schon immer hat sich die strukturschwache Gemeinde eine verstärkte Ansiedlung von Industrie gewünscht. Nachdem sich lange Jahre kein Unternehmen fand, welches im Industriegebiet eine Ansiedlung suchte, ließ sich im Jahr 1984 ein Holzbauunternehmen in der Industriestraße nieder, das seit einem Erweiterungsbau im Jahr 1991 zum größten Arbeitgeber in Jagstzell gehört. Weitere Handwerksbetriebe investierten in den folgenden Jahren, trotz der schwierigen konjunkturellen Lage, in Neubauten von Fabrikgebäuden und Maschinenhallen. Mit der nun geplanten Erweiterung des Gewerbegebietes Kohläcker wird das Angebot an Gewerbeflächen abgerundet. Eine Zufahrt von der Rosenberger Straße soll den Verkehr in das Industriegebiet um das  Wohngebiet Riemenfeld und die Hauptstraße umleiten.

Nachdem sich, unter anderem aufgrund langwieriger Grundstücksverhandlungen, im Jahr 1994 die Erschließung des Baugebietes Riemenfeld III abzeichnete, kam es zu einem regelrechten Ansturm auf die  18 Bauplätze. Leider konnten nicht alle Interessenten berücksichtigt werden.

Im Jahr 1995 konnte man die erweiterte und modernisierte Turn- und Festhalle auf dem Badberg einweihen. Harmonisch im Bezug auf Gebäudeformen und Farben gliedert sich die Turn- und Festhalle in das gesamte Schulareal ein. Notwendige Investitionen wie neue Sanitäranlagen, Geräteräume und vergrößerter Küchenraum wurden geschaffen. Nach heftigen und langen Diskussionen im Gemeinderat wurde für die Halle ein Rauchverbot beschlossen.

Mit der Teilerschließung des größten Neubaugebietes im Lindenmahd wurde im Jahr 1997 begonnen. Aufgrund der für Jagstzeller Verhältnisse doch hohen Grundstückspreise von ca. DM 150,-/qm haben einzelne den Wunsch vom eigenem Heim erstmals verschoben. Seit Frühjahr 1998 entstanden nun im Lindmahd die ersten Wohnhausneubauten.

 

 

Teilorte von Jagstzell

Buchmühle

6,5 km nordöstlich von Jagstzell im Tal der Rechenberger Rot.

Bühlhof

Er hat seinen Namen von der Lage des Hofes auf einer Anhöhe über dem linken Jagstufer südlich von Jagstzell. Bei diesem Hof wurde eine Pflugschar aus der mittleren Steinzeit gefunden, die sich im Besitz einer Crailsheimer Familie befindet, deren Vorfahren angeblich vom Bühlhof stammen. Im Jahr 1868, zehn Jahre nach der Erscheinung der Gottesmutter in Lourdes, erbauten die damaligen Besitzer des Hofes am Waldhang eine Kapelle, in die sie eine Lourdesgrotte einbauten. Dieser Hang war Rutschgebiet. Um 1920 wurde deshalb die Kapelle dort abgetragen, jeder Stein genau bezeichnet und an der Stelle wieder aufgebaut, an der sie heute noch steht.

Dankoltsweiler

Er ist einer der Orte, deren Gründung von Jagstzell aus erfolgte. 3 km südöstlich von Jagstzell auf der Höhe an der alten Straße nach Dinkelsbühl und Nürnberg gelegen. Im Jahr 1935 wurden in der Nähe des Weilers eine Anzahl von Bronze-Gegenständen gefunden, die im Landesmuseum in Stuttgart und im Museum des Geschichts- und Altertumvereins Ellwangen auf Schloss Ellwangen aufbewahrt werden, da sie auf die Kultur der Spätbronzezeit (ca. 1000 v. Chr.) hinweisen. Urkundlich ist Dankoltsweiler erstmals genannt, als Walter von Ellrichshausen am 23. April 1336 seine Güter an Abt Kuno II. in Ellwangen übergab, um die Schulden seines Bruders Marquard, Propst von Hohenberg, zu zahlen. Bis 1811 war Dankoltsweiler eine selbständige Gemeinde. Die der hl. Barbara geweihte Kapelle wurde wohl in früher Zeit errichtet. Eine Urkunde von 1505 erwähnt die Kapelle, die im Jahr 1915 erweitert wurde. Die letzte Renovation wurde in den Jahren 1981/82 durchgeführt. Die Kapelle besitzt mehrere Figuren des hier geborenen, 1813 gestorbenen Bildhauers Andreas Brühl, der in Wien, Salzburg und Brünn als Künstler tätig war. Das 1905 - oft als "Schlösschen" bezeichnete - erbaute Schulhaus wird heute unter anderem vom Gesangverein als Vereinsheim genutzt.

Dietrichsweiler

3 km südlich von Jagstzell an der Straße von Ellwangen nach Crailsheim, wird urkundlich erstmals 1380 erwähnt.

Eichenrain

3 km östlich von Jagstzell in stiller Waldgegend gelegen, wird im Ellwanger Gülten- und Rechtsbuch von 1339 genannt.

Eulenmühle

5,5 km nordöstlich von Jagstzell, an der Rechenberger Rot am Fuß des Eulenbucks und am Eulenmühlenweiher.

Finkenberg

7,5 km nordöstlich von Jagstzell, am südlichen Abhang des Rottales, 1339 und 1485 erwähnt. Die A7 führt durch Teile der Markung Finkenberg.

Finkenhaus

Grünberg

3 km nordwestlich von Jagstzell, 1372 urkundlich erwähnt.

Hahnenmühle

Östlich der Buchmühle. Am Sonntag, 19. September 1982, brach nachts eine Brand aus und das Wohnhaus brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Hegenberg

2,5 km nordwestlich von Jagstzell. Bereis im Jahr 1024 wird der Weiler bei der Beschreibung der Grenzen des Virgunna-Waldes genannt. Um 1903 wurde von der Familie S. eine kleine steinerne Kapelle neben der Straße erbaut. Um 1968 wurde diese Kapelle renoviert. Das Altarbild: Jesus am Kreuz wurde von Eugen S. in Ellwangen geschaffen.

Kellerhof

Nördlich von Jagstzell an der B 290 gelegen. Der Name Kellerhof dürfte laut Überlieferung von dem noch teilweise vorherrschenden Keller (früher zum Gasthaus "Rössle" gehörend) stammen.

Keuerstadt

6 km südöstlich von Jagstzell, am Zusammenfluss des in tiefen Waldschluchten dahineilenden Fischbachs und Bronnbachs. Eine Säg- und Mahlmühle ist 1357 und 1381 erwähnt. Die romanische Kapelle wurde 1280 erbaut und 1971 stilgerecht saniert.

Knausberg

1,5 km südwestlich vom Ortskern. Über den ausgebauten "Triebweg" ist die in den Nachkriegsjahren entstandene Wohnsiedlung schnell zu erreichen.

Kreuthof

Südlich von Jagstzell hoch über dem Jagstufer gelegen, 1403 Gereut genannt

Neumühle

7,75 km nordöstlich von Jagstzell, an der Markungsgrenze gelegen.

Orrot

Über 2 km südlich von Jagstzell gelegen. 1960 wurde das Rückhaltebecken, der Orrotsee, fertiggestellt. Das Einzugsgebiet für diesen Stausee beträgt 18,30 qkm. Der Gesamtstauraum beträgt 1 Million cbm Wasser, die Normalstaufläche 18 ha. Der See liegt in einem herrlichen Landschaftsschutzgebiet.

Ratzensägmühle

Liegt im Tal der Rechenberger Rot.

Renneckersägmühle

2 km südlich von Jagstzell. Die dortige Sägmühle wurde 1997 aufgegeben.

Riegelhof

2 km nordwestlich von Jagstzell, über dem Seitental des Sulzbach; 1460 werden zwei Güter erwähnt. 1946 errichtete die Familie Wagner eine Fatimagrotte, weil der Riegelhof in den Kriegswirren verschont blieb, und löste damit ein Versprechen ein.

Riegersheim

5 km nordöstlich von Jagstzell.

Ropfershof

2,5 km nordöstlich von Jagstzell, am Abhang zum Tal der Rechenberger Rot. Im Ellwanger Lehenbuch wird es "Hof zum Gyrsberg" genannt und unter den Lehengütern der Truchsesse von Wilburgstetten und ihrer Nachfolger zu Rechenberg erwähnt.

Rot

3 km nordöstlich von Jagstzell, auf der Linken Seite der Rechenberger Rot. 1340 wurde der Weiler von der Abtei Ellwangen erworben.

Rothof

Gegenüber dem Weiler Rot gelegen, gehörte 1337 dem Burgamt Ellwangen.

Rotbachsägmühle

2 km südlich von Jagstzell und Schweighausen. Die Aufbereitungsanlage des Zweckverbandes Wasserversorgung Jagst-Gruppe wurde 1980 mit einem Kostenaufwand von DM 5,5 Mio. DM fertiggestellt.

Schweighausen

2 km südlich von Jagstzell, wo das Tal sich weitet, wo Eisenbahn und Straße die Jagst überqueren. Der Weiler ist 1403 erwähnt. In der Nacht vom 21. zum 22. April 1945 wurde die Brücke gegen 22.30 Uhr von der SS gesprengt und 1955 wieder errichtet.

Spielegert

2,5 km nordwestlich von Jagstzell

Weiler

Früher als Dietoltsweiler noch den Namen des Gründers tragend. Der alte Burgstall im hochgelegenen Weiler war das Gegenstück zu der Kirchenburg an der Jagsttalstraße. Im Zuge der Straßenerweiterung musste das kleine "Käppele" abgerissen werden. Ein Bildstock mit dem heiligen Wendelin wurde als Ersatz gestellt. In den Nachkriegsjahren wuchs der Wohnbezirk Weiler und die Muttergemeinde durch die Bebauung an der heutigen Hauptstraße und insbesondere die alte Siedlung "Keueräcker" nahtlos zusammen. 

Ein ausgedehntes Neubaugebiet "Riemenfeld I-III" entstand in den vergangenen Jahren in ruhiger und sonniger Lage.

Winterberg

Nordöstlich von Jagstzell. 1974 wurde auf dem Winterberg ein Fernsehfüllsender errichtet.

 

 

Zahlen - Daten - Fakten

Einwohnerzahl zum 31.12.1997: 2.395
Fläche des Gemeindegebietes: 3.797 ha
                   davon Wald: 2.315 ha
                   davon Landwirtschaft: 1.334 ha
                   davon bebaut: 60 ha
Haushaltungen: 836
Gewerbetreibende: 96
Anzahl der Vereine: 15

 

Sehenswürdigkeiten

Spätgotische katholische Pfarrkirche, dem hl. Vitus geweiht, 1498 erbaut, 1747 barockisiert, 1913 nach Westen hin erweitert. Die Kirche wurde 1968 stilgerecht erneuert und 1996 restauriert und stellt eine besondere Kunstperle in den "Ellwanger Bergen" dar.

St.-Barbara-Kapelle in Dankoltsweiler aus dem 14. Jahrhundert; sie wurde 1914 gründlich erneuert; im Chor blieb das schöne spätgotische Netzgewölbe erhalten. Die Kapelle bildet zusammen mit dem alten Schulhaus den Mittelpunkt des schmucken Dörfchens Dankoltsweiler.

Evangelische Christuskirche, 1964 erbaut

Die romanische Kapelle in Keuerstadt ist dem hl. Nikolaus geweiht. Sie wurde 1280 erbaut und 1971 stilgerecht saniert. Sie liegt inmitten des großen Waldgebietes zwischen Ellwangen und Dankoltsweiler.

Die Kapelle Matzenbacher Bild, 1973 erstellt.

 

 

Die Jagstzeller Sagen

Jagstzell

Eine unverbürgte Sage geht, dass ein altes Kloster im Walde Steinhaupt, nordöstlich vom Ort, gestanden habe, welches durch einen unterirdischen Gang mit der Kirche in Verbindung gewesen sei. In der Nähe von "Steinhaupt" ist in den Jagstwiesen ein Gumpen (kleiner See), von dem es heißt, dass ein Heuwagen mit Ross und Mann, der am Kilianstag (früher ein Feiertag in der Heuernte) Heu eingeführt habe, versunken sei. Der Gumpen ist sehr tief, hat grünes fauliges Wasser, die Größe und Form eines Wagens mit Gespann.

Keuerstadt

Das wilde Heer fuhr einmal über Keuerstadt hin am Hofe des Brandjokele, des Fürstlich Ellwangischen Jägers, vorbei, der im Walde Hinterbrand einen solchen bewohnte. Stimmen aus dem fahrenden wilden Heer riefen den Jäger mit Namen, der Antwort gab. Kaum tat er das Maul zu, schon hing ein halber Menschenleib an seiner Türe, wo er aus- und eingehen musste. Konnte also lediglich nicht hinaus; ein glostender Kohlenhaufen ging darüber zu Grunde. Der fette halbe Menschleib blieb an seiner Tür hängen, bis morgens von der benachbarten Kapelle das "Ave" ertönte; da war alles weg.

Im Wald Hinterbrand bei Keuerstadt geht der Geist "Brandjokele" um als Jäger. Bei Lebzeiten war er Fürstlich Ellwangischer Jäger, führte ein ausgelassenes böses Leben, schoss das Wild, wann´s ihm einfiel, wohnte in einem der beiden Ellwangischen Höfe am Walde.

Seine Dienstleute plagte er bis aufs Blut; ließ sie um 12 Uhr erst ins Bett gehen, um halb ein Uhr schürte er grünes Holz, dass es gewaltig rauchte und stank, damit die Ellwanger aufwachten.

Nach seinem Tode wurde wegen diese Bösewichts der Hof dem Erdboden gleichgemacht. Er selber aber geht, zur Plage seiner Seele und Angst anderer Leute, um als Jäger.

In Keuerstadt war ein Bauer, der verstand sich gut aufs Festmachen und die Zauberei. Er konnte die Hirsche zahm machen; fing sie, lupfte sie von vorne, welcher der schwerste sei. Wenn man´s haben wollte, so stach er geschwind den fettesten. Konnte sich schuss- und feuerfest machen; keine Kugel tat ihm was. Niemand vermochte ihm etwas anzuhaben, der Jäger schon gar nicht. Hie und da machte der Bauer sich zum Holzbock, worauf sich der Jäger setzt und sein Pfeiflein stopfte. Mal am Fronleichnamstage brannte er Kohlen und glaubte sich ganz sicher. Der Jäger kam auch wieder hinter dem Kohlhaufen und hinter dem Bauer her, dachte, heute könnte er sich doch am Ende nicht fest gemacht haben, schoss  ihn in den Rücken und der Bauer blieb auf der Stelle tot. Beim Herzbrückle in Keuerstadt stand ein Bildstock welcher von dieser Sache Meldung gab. 

Vom Teilort Spielegert aus führt ein Waldweg nach Hummelsweiler. Deshalb erzählt man in Jagstzell auch die Sage vom Gaisklingentierle.

Das Lokalgespenst von Hummelsweiler ist das Gaisklingentierle, das im Walde Gaisklinge haust und in Bocksgestalt bald neckend, bald brüllend sich den Ortschaften nähert und späte Wanderer schreckt, besonders in den zwölf Nächten.

Bei der Schimmelsägmühle hört man nachts ein Geröll wie von Baumstämmen; einer will einen Mann mit feurigen Augen gesehen haben.

Auf dem "Wolfsbuck" stand einmal ein altes Schloss; es treibt sich daselbst das "Schlossmändle" herum.

Im "Rappen" reitet einer auf einem schwarzen Pferd.

Im "Buchgehren" ist ein Steinkreuz, dort wurde einem der Kopf mit einem Pfluge abgeschnitten zur Strafe dafür, dass er sein Weib durch das absichtlich verdeckte Balkenloch hinabstürzen ließ.

                                         

 

Die Entwicklung der kirchlichen Gemeinde Jagstzell

Die Probstei

Die beiden großen Ereignisse des Dorfes Jagstzell in ältester Zeit sind also am Anfang die Gründung einer Klosterzelle und dann einige Jahrhunderte später die Umwandlung dieser Zelle in ein Frauenkloster. Die Leitung dieses Klosters übertrug der Abt von Ellwangen einem seiner Mönche, der den Titel "Probst" führte. Um den Unterhalt der Klosterfrauen sicherzustellen, übertrug Bischof Herold von Württemberg, zu dessen Bistum die Niederlassung gehörte, die Pfarrei Stimpfach dem Probst von Zell. Darauf weist heute noch am Chorbogen der Pfarrkirche von Stimpfach das Wappen hin, das den hl. Vitus in einem goldenen Kessel auf rotem Feld zeigt; dies ist nämlich das Wappen des Ellwanger Kapitels. Gleichzeitig hat Bischof Herold von Württemberg dem Propst von Zell die Seelsorge in Stimpfach übertragen.

Von dem Frauenkloster in Jagstzell weiß man wenig. Offenbar hat seine Lebensdauer nicht mehr als zweihundert Jahre betragen. Nach dem Jahr 1170 sind keine Urkunden mehr bekannt. In dem Privilegienbrief des Kaisers Karl IV. vom 7. November 1347, wird das Kloster "der Propstei zu Zell und der Hof dabei" erwähnt. Dass damals das Frauenkloster noch bestand, kann nicht ohne weiteres daraus geschlossen werden; denn es handelt sich in diesem Zusammenhang um die Bestätigung der alten Asylfreiheit, die dem Klostergebäude auch nach dem Aufhören des klösterlichen Lebens zukam.

Nach der Aufhebung des Frauenklosters wurden dessen Güter nicht dem Ellwanger Klostergut zugeschlagen, sondern blieben eine Sondermasse unter dem Titel: Propstei Jagstzell. So kann man annehmen, dass der Hauptteil der Propstei Jagstzell auch schon der Grundbesitz des hiesigen Frauenklosters gewesen ist. Ferner ist sicher, dass der mit der geistliche Leitung des Klosters betreute Ellwanger Mönch zugleich auch die Aufgaben der Pfarrseelsorge in Jagstzell ausübte.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts hatte die Abtei Ellwangen unter einer schweren Schuldenlast zu leiden. In dieser schwierigen Lage konnte der Ellwanger Mönch Kraft von Killingen seiner Abtei Privatgelder in einem Betrag von 2.080 Gulden zur Verfügung stellen, so dass die Abtei nicht gezwungen war, etliche Güter  zu verkaufen. Für diese seiner Hilfeleistung erhielt Kraft von Killingen von Abt Albrecht IV. Hack von Wöllstein (1367 - 1400) und dem Konvent von Ellwangen am 25. Januar 1380 die Propstei Jagstzell auf Lebenszeit zur Nutznießung  zugesprochen. Nach dem Tod des Kraft von Killingen am 18. August 1399 wurde die Propstei Jagstzell, mit Genehmigung von Papst Bonifax IX., für immer mit dem Kelleramt des Klosters Ellwangen vereint.

Außer Jagstzell gehörte im 14. und 15. Jahrhundert zur Abtei Ellwangen noch die Propstei St. Jakob im benachbarten Hohenberg, sowie die Propstei St. Georg in Wiesenbach, im Gebiet des damaligen Bistums Worms. Für die Propsteigebäude und den dazugehörenden Hof bestand die sogenannte engere Immunität, d.h. eine auf gewisse Personen und Orte beschränkte gerichtliche und finanzielle Unabhängigkeit, wodurch die ordentliche Gerichtsbarkeit des Vogts und das damit verbundene Besteuerungsrecht ausgeschlossen wurde.

Das Propsteigebäude in Jagstzell war wohl auf der Ost- und Nordseite der Kirche gelegen. Die Kirche mit ihrer burgähnlichen Anlage bildete den Mittelpunkt. Die nächst der Kirche früher vorhanden gewesenen Reste von Mauern und Kellern dürfen auf dei alte Propstei, zum Teil sogar auf alte Klostergebäude bezogen werden. Im heutigen Gasthaus "Zum Rössle" sind noch Räume mit Kreuznahtgewölben erhalten. Als im Jahr 1951 bei Erneuerungsarbeiten der alte Verputz entfernt wurde, entdeckte man alte, zugemauerte Fenster mit Flachbogen sowie eine Nische mit Rundbogen, in der sich eine Madonna aus der Barockzeit befand. Alles übrige wies in die Zeit des 16. Jahrhunderts. Im Jahr 1357 überließ die Herrschaft Hohenlohe ihren ganzen Besitz in Stimpfach pfandweise der Propstei Jagstzell. Dieser Besitz umfasste im Jahr 1403 eine Mühle, sechs Huben, acht Lehen, ein Gut und sechs Selden. Da das Pfand nicht eingelöst worden ist, kam dieser Besitz im Jahr 1428 an die Abtei Ellwangen.

 

                                  

Die Pfarrei

Die Propstei bestand als ein mit besonderen Einkünften ausgestattetes Amt, mit dem die Pfarrseelsorge verbunden war. Da im 15. Jahrhundert die Mitgliederzahl des Ellwanger Konvents zurückging und deswegen nicht mehr die Pastorationsverpflichtungen erfüllt werden konnten, ernannte der zuständige Bischof von Würzburg seit 1428 einen Pfarrvikar als ständigen Vertreter des Propstes. Als im Jahr 1460 die Abtei Ellwangen in eine Chorherrnstift umgewandelt wurde, war damit auch das Ende der Propstei Jagstzell gekommen. Ihre Nachfolgerin wurde die Pfarrei Jagstzell. Bereits im Jahr 1472 wird die "Pfarrkirche von Jagstzell" als Käuferin eines Hofes in Kammerstatt erwähnt. Die jeweiligen Pfarrer ernannte seit 1460 der Bischof von Würzburg, seit 1812 der Generalvikar von Ellwangen, seit 1817 der Generalvikar von Rottenburg und seit 1828 der Bischof von Rottenburg.

500 Jahre katholische Kirche

Die im Jahr 1498 erbaute spätgotische Pfarrkirche feierte im Jahr 1998 ihr 500.  Bestehen. Nach der Barockisierung im Jahr 1747 wurde sie 1913 nach Westen erweitert. Im Jahr 1968 stilgerecht erneuert und 1996 innen restauriert. Mit einem Festwochenende vom 11. - 14. Juni 1998 feierte die gesamte Kirchengemeinde das 500jährige Kirchenjubiläum.

(Auszug aus dem Jubiläumsbuch "75 Jahre Musikverein Jagstzell"; Herausgeber: Musikverein Jagstzell e.V.)

 

 

Weitere Links

Weitere Informationen zu Jagstzell sind in den nachfolgenden Links abzurufen:

bullet http://www.mvjagstzell.de
bullethttp://www.jagstzell.de
bullethttp://www.ostalbkreis.de
bullethttp://www.gemeindetag-bw.de
bullethttp://www.baden-wuerttemberg.de/
bullethttp://www.ostwuerttemberg.de

 

                  

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Stand: 08. Juni 2006 18:03