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Gemeinde Rainau

Ich war von 1982 bis 2002 in der Gemeinde Rainau, Ortsteil Buch, wohnhaft. Rainau besteht aus mehreren Ortsteilen undRainauer Wappen verschiedenen Weilern. Die größten Ortsteile sind: Buch, Schwabsberg, Dalkingen, Saverwang. Rainau hat ca. 3500 Einwohnern und gilt als das größte Erholungsgebiet Ostwürttembergs.

Bekannt ist Rainau wegen seines Stausees: Er dient als Badesee, Angelsee, Segelplatz, Naturschutzgebiet usw. Er wird von der Jagst gespeist und dient gleichzeitig noch als Kraftwerk zur Energieerzeugung.

Rainau ist bereits seit der Römerzeit bekannt. Zeugnisse dafür sind heute noch zu sehen: der Rätische Limes, Limes-Wachturm, weitere Ausgrabungen entlang des Limes. Bereits die Römer haben in der Jagst gebadet. Als Zeugnis dafür ist ein römisches Bad als Ausgrabungsstelle noch heute als Ausgrabungsstätte zu sehen.

                                 Luftaufnahme von Buch

 

 

 

Ein frühgeschichtlicher Rückblick

Das Gebiet von Buch befindet sich auf geschichtsträchtigem Boden, gehört es doch zum sogenannten Altsiedelland, das schon in der Jungsteinzeit (5000 - 2000 v. Chr.) besiedelt wurde. Schon vor 2500 Jahren lebten hier die Kelten. Jahrhunderte später, etwa ab dem Jahre 98 bis 258 n. Chr. kamen die Römer ins Land. Zeugen dieser alten Ansiedlungen sind keltische Grabhügelfelder, der rätogermanische Limes (Teufelsmauer), das römische Kohortenkastell und der Burgstall, eine mittelalterliche Burgstelle. 

In den Jahren 1973/75 wurden Teile dieser archäologischen Anlagen beim Bau der Umgehungsstraße B 290 vom Landesdenkmalamt großflächig ausgegraben und teilweise vorbildlich restauriert. Die für den rätischen Limes dargestellten Anlagen im Bereich Buch, Schwabsberg und Dalkingen bieten als Freilichtmuseum in Verbindung mit dem Limesmuseum Aalen eine anschauliche Einheit.

Ein Rundwanderweg folgt dem Verlauf des rätischen Limes, der die Markung unserer Gemeinde auf einer Länge von 6 km durchquert. Deutlich ist hier in der Landschaft noch ein Erdwall erkennbar, ist dies doch die besterhaltene Teilstrecke der einstigen römischen Grenzbefestigung in Württemberg. Teile der Limesmauer mit einem Wachturm wurden 1969 freigelegt und in voller Höhe in den Originalmaßen wieder hergestellt.

Der Wanderweg führt an der Prunkfassade des Limestores, einem ehemaligen Triumphbogen des römischen Kaisers Caracalla, bei Dalkingen vorbei zurück zum Kohortenkastell und Lagerdorf beim Bucher Stausee im Jagsttal.

Welche kulturelle Bedeutung diesem ehemaligen römischen Grenzwall beigemessen wird, zeigt die Absicht der UNESCO (Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinigten Nationen (UN), Sitz Paris) den Limes als Weltkulturerbe einzustufen. Während der Ausgrabungen des Limestores konnten auch Spuren einer prähistorischen Siedlung nachgewiesen werden, die bis in die Hallstattzeit (850 - 450 v. Chr.) zurückreicht.

Im Jahre 1972 wurde im Kohortenkastell das Südtor ausgegraben und restauriert. Bei den Ausgrabungen im östlichen Randbereich konnte zahlreiches Fundmaterial aus 13 untersuchten Brunnen geborgen werden, das heute als "Bucher Schatzfunde" den Schwerpunkt des Limesmuseums in Aalen darstellt.

Das Lagerdorf ist inzwischen zum Grabungsschutzgebiet erklärt, damit die Möglichkeit besteht noch das gesamte Lagerdorf zu untersuchen.

Mehrere Doktor-, Magisterarbeiten und wissenschaftliche Aufsätze sowie eine große Anzahl populärwissenschaftlicher Darstellungen sind inzwischen veröffentlicht. Weitere Arbeiten über neu erforschtes werden sicher noch folgen.

Von alters her war Buch ein Straßenknotenpunkt. Eine alte Hochstraße führte schon vor über 2000 Jahren durch dieses Gebiet. Tiefe Hohlwege, entstanden durch Jahrtausende lange Benutzung in den weichen "Goldshöfer Sanden", zeugen davon. Diese Hohlwege wurden in jüngster Zeit durch Sandabbau, Flurbereinigung und Erdauffüllungen größtenteils eingeebnet. Später bauten die Römer eine Straße von Aalen über Buch nach Dalkingen und von da ostwärts parallel zum Limes.

Der Burgstall bei Buch

Burgställe, auch Burstel oder Buschel genannt, sind mittelalterliche Burgstellen. Viele davon waren zuvor schon nachweisbar Teile römischer Verschanzungen am Limes, halb Kastell, halb Wachhügel. Meist lagen sie in kurzer Entfernung hinter dem Limes. Im Abstand von je 4 Meilen befanden sich feste Kastelle, Lager oder Wohnplätze.

Der Burgstall bei Buch ist daher im Zusammenhang mit dem römischen Lagerdorf (Vicus) und dem Kohortenkastell zu sehen. Als reines Erdwerk ist er heute noch sehr gut erhalten. Der künstlich aufgeschüttete Erdhügel ist ca. 15 Meter hoch. Graben und Ringwall sind teilweise noch sichtbar. Der obere Durchmesser beträgt etwa 35 Schritt. Nachlimeszeitliche Keramik und ein rätselhafter früh- bis mittelkaiserzeitlicher Münzfund beim Burstel mit einer Reihe spätrömischen Münzen, lassen nach Verlautbarungen von Dr. Bernhard O. (Staatl. Münzamt München) auf eine frühmittelalterliche Siedlung im Bereich Buch nach dem Fall des Limes schließen. Wahrscheinlich im 4. Jahrhundert wurden hier einige kleinere Holzgebäude errichtet, ein weiterer Beleg dafür, dass die ersten germanischen Siedler sich durchaus auch in ehemals römischen Ansiedlungen niederließen. Es bleibt abzuwarten, ob die z. Zt. vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg von dem Geophysiker Harald v. d. Osten (Woldenburg) durchgeführten Untersuchungen mit magnetischen Erdmessungen neue Erkenntnisse bringen. Burgställe waren fast immer durch natürliche oder künstliche Seen gedeckt. Auch dem Bucher Burstel war früher an der Süd- und Westseite der "Gabelweiher" vorgelagert.

Im Mittelalter muss auf dem Erdhügel ein Bauwerk gestanden haben. Es wurden dort eine Menge mittelalterlicher Hohlziegel gefunden. 

Hinweise auf eine Burg mit einem hier ansässigen Ortsadel gibt es bisher jedoch nicht. Unmittelbar hinter dem Burstel lag ein ca. 60 m langes quadratisches, römisches Lager. Bei Nachgrabungen wurden hier römische Scherben gefunden. Dieses Areal fiel inzwischen leider dem Sandabbau zum Opfer.

Der Burstel selbst steht heute unter Bodendenkmalschutz. Der Schützenverein Buch hat in unmittelbarer Nähe des Burstels sein Vereinsheim mit Schießanlage erstellt. Unserer Bucher Schützen üben also ihren Schießsport auf historischem Boden aus. Die Vereinsfahne des Schützenvereins zeigt neben dem Verseinsheim den Burstel und die Marienkapelle der Ortschaft als sichtbare Wahrzeichen.

Buch - Ein Weiler und seine Entstehung

Wir wissen viel über die Frühgeschichte unseres Raumes, aber nur wenig über die Anfänge unserer Dorfgeschichte. Man nimmt an, dass die Gründung von Buch in die letzte große Rodungsperiode des Hochmittelalters - etwa um 1000 n. Chr. - fällt. Weil die Bevölkerung um diese Zeit stark zunahm, wurde das hier dicht bewachsene Waldgebiet gerodet und bebaut. Ganz im Gegensatz zu heute, wo Tannenwälder überwiegen, gab es damals hauptsächlich Buchewälder. Der Ortsname Buch muss deshalb mit dem Baumnamen Buche zusammenhängen.

Neue Siedlungen entstanden mit Ortsnamen, die auf -berg, -wang und -buch endeten. Schwabsberg, Saverwang und Buch sind Beispiele dafür.

Ein weiterer Beleg für die Entstehung des Ortes in dieser Periode sit die ursprüngliche Art seiner Bebauung. Typisch für diese Zeit sind die sogenannten Straßendörfer, unter die auch Buch einzuordnen ist. Die Bebauung vollzog sich, wie bei Straßendörfern üblich, links und rechts der heutigen Dorfstraße und Wettegasse. Die Bevölkerung, die sich ansiedelte, bestand überwiegend aus Bauern. Doch über die Menschen, die zu dieser Zeit hier lebten, wissen wir so gut wie nichts. Es gibt keine schriftlichen Quellen aus dieser Gründerzeit.

Buch im Besitz der Abtei Ellwangen

Erste einzelne Einträge in den Lehensbüchern (Gesamturbare) der Abtei Ellwangen weisen darauf hin, dass der Ort Buch schon um ca. 1335 zum Kloster gehörte. Die Literatur über die Geschichte dieses Weilers bietet nur wenig und dazu noch Widersprüchliches. Nach der Oberamtsbeschreibung von 1889 des Oberamts Ellwangen kam der Ort Buch 1287 durch einen Tausch von den Grafen von Öttingen an das Kloster Ellwangen. Dies wurde jedoch von dem aus Schwabsberg gebürtigen Dr. Otto H. in seiner Doktorarbeit über das "Gebiet der Reichsabteil Ellwangen" im Jahre 1914 als falsch bezeichnet. Seinen Erkenntnissen nach sei der in der Oberamtsbeschreibung genannte Ort Buch im vorderen Ries zu suchen.

Neuere Forschungen des Kreisarchivars Bernhard U. H. in seiner Dissertation zum Erlangen der Würde eines Doktors der Philosophischen Fakultät II der Universität Augsburg über die geschichtlichen Wohnplätze im Ostalbkreis lassen jedoch die erste urkundliche Erwähnung es Ortes 1287 Buch als historisch belegt erscheinen. Ortsgeschichtliche Untersuchungen durch Hubert H, Ellwangen (Ellwanger Jahrbuch 1977/788 Band XXVII) ergaben, dass es für den Ort Buch erstaunlicherweise ein eigens "Urbar" um 1360 gab. Dies könnte erklären, warum in den Ellwanger umfangreiche Güterverzeichnissen Buch nur dürftig vertreten ist. Im Jahre 1367 wurde hier auch der Burgstall (Buschel) mit dazugehörigen Wiesen als ellwangisches Lehen im Besitz des "Apel von Seckendorf" genannt. Ob damit ein niederer Bucher Ortsadel begründet wird, ist jedoch bisher nicht nachweisbar. Später ist nämlich davon nicht mehr die Rede. Der Besitz ging offenbar an die Dorfherrschaft über. Noch komplizierter werden diese ortsgeschichtlichen Untersuchungen, wenn diese Quellen erkennen lassen, dass es bei Buch einen abgegangenen Ort namens "Stocken" (Stokken, Stockein) gegeben hat. Die genaue geographische Lage dieses abgegangenen Ortes Stocken zwischen Buch und Dalkingen ist bis heute noch nicht ermittelt. Lediglich der Flurname "Stockäcker", zwischen Buch und der Jagstaue gelegen, kann ein Hinweis auf diese ehemalige Ansiedlung sein. Klimaverschlechterung und Missernten, wodurch nach 1300 auch ältere Rodesiedlungen von einem Bevölkerungsrückgang betroffen wurden, kann ein Grund für viele damals abgegangene Orte sein. Sicher ist, dass der Ort Buch im 14. Jahrhundert ganz zum ellwangischen Eigentum gehörte. Belehnt damit waren die Ritter von Schwabsberg. Im Jahre 1373 wurde der hiesige Besitz von Abt Albrecht auf Bitten des Ritters Konrad von Schwabsberg an Siegfried von Pfahlheim verliehen. 

Später erbte Lutz von Pfahlheim, ein Onkel Konrads von Schwabsberg, diese Güter von seinem Vetter Konrad von Pfahlheim. 1421 erkauften Lutz von Pfahlheim und seine Söhne diese Lehensgüter um 2176 Goldgulden an die Konradsche Linie der Ritter von Ahelfingen. Damit kam der Ort Buch in die Hand der Ahelfinger.

Buch und die Ritter von Ahelfingen

Die Sammlung der Ritter von Ahelfingen war die Bergfeste zu Hohenalfingen, das heutige Oberalfingen. Ulrich der Ältere von Ahelfingen, die hochgotische Grabplatte im Westbau der Basilika Ellwangen erinnert an ihn, wird erstmals 1317 urkundlich erwähnt. Er starb 1339. Zwei Jahre vor seinem Tod wurde der Grundstein zum heutigen Wasserschloss in Wasseralfingen gelegt. Der Umzug von der zugigen Bergfest Hohenalfingen in das neue Schloss erfolgte erst unter seinem Sohn Ulrich II. Die Hohenalfinger gelangten bald zu Reichtum und Ansehen.

Im Jahre 1431 wurde zu Hohenalfingen ine eigene Gerichtsbarkeit errichtet. Buch wurde diesem Gericht zugewiesen. In diese Zeit weist auch der Ursprung der Bucher Marienkapelle (erstmals 1593 urkundlich erwähnt). Der Sage nach wird sie einer Stiftung der Ritter von Ahelfingen zugeschrieben. Bis ins 19. Jahrhundert bestand in Buch nämlich ein Jahrtag, bei dem für die Ritter von Ahelfingen in der Kapelle eine Messe gelesen wurde. Chor und Turm sind viereckig und noch gotisch. Die hohe Qualität der spätgotischen Holzfiguren (Pieta, Johannes der Evangelist, Hl. Stephanus, Hl. Wendelin und Hl. Patrizius usw. ) lassen auf eine Entstehungsgeschichte um 1500 schließen. Die Kirchenchronik von Schwabsberg erinnert daran, dass der in unserer Gegend sehr verehrte Jesuit Pater Philipp Jenningen (1642 - 1704) mit zu den betreuenden Geistliche der Bucher Kirchenmitglieder gehörte. Wohl auf die Initiative seines Ordens wurde die Kapelle noch zu seinen Lebzeiten im Stil der damaligen Zeit neu erbaut und der Gottesmutter Maria geweiht. Ein Portalstein mit der Jahreszahl MDCIC (1699) weist auf das Erbauungsjahr hin und ist in die Barockzeit einzuordnen.

1999 wurde das 300jährige Jubiläum der Entstehung gefeiert. Seit alters her wird der Hl. Wendelin als Kirchenpatron verehrt. Nach dem Aussterben des ahelfingischen Geschlechts um die Mette des 16. Jahrhunders ging der Besitz von Buch als sogenanntes "erledigtes Lehen" wieder an die Abtei Ellwangen zurück. Die Fürstprobstei errichtete 1597 ein ellwangiches Amt Oberalfingen. Bis um 1800 wird der Ort Buch von hier verwaltet. Während des 30jährigen Krieges (1631/32) wurde Buch von durchziehenden Soldaten mehrmals geplündert.

Auch am Ende der Bauernerhebung 1525, mussten Gemeindemitglieder, die zum Ellwanger Haufen gehörten, für den verursachten Schaden Geldstrafen an das Kloster bezahlen.

Eine Feuersbrunst am 27l September 1769 erstörte fast ganz Buch. 19 Gebäude wurden ein Raub der Flammen. Nur die Kapelle und das Haus des "Mühlschusters" blieben verschont. Das Dorf wurde danach wieder vollständig aufgebaut.

Freie Bauern auf freier Scholle

Das 19. Jahrhundert bracht außer den großen politischen Veränderungen durch Säkularisation und den Reichsdeputationshautschluss von 1803 auch die Ablösung der Lehensverhältnisse. Nach dem Ende der Fürstprobstei Ellwangen und ihrem Erwerb durch das Herzogtum Württemberg gingen zunächst alle Lehen an den Staat über. Diesem stand nun der "Große Zehnt" zu, seit Einführung des Kartoffelanbaues um den "Erdbirnzehnten" erweitert. Der "Kleine-" und der "Blutzehnt" sowie der "Brachzehnt" (Hanf, Flachs und Rüben) verblieben der Stadtpfarrei Ellwangen.

Nach der Thronbesteigung König Wilhelm I. im Oktober 1816 wollte dieser schon bald durch die Edikte vom November 1817 die Aufhebung persönlicher Leibeigenschaft, die Ablösbarkeit der Lehen, einzelner Grundlasten sowie die allmähliches Beseitigung der drückenden Lasten anbahnen. Doch erst die Gesetzte von 1848/49 beseitigten die Grundlasten ganz, welche die Aufhebung der Lehensverbände, aller aus den grundherrlichen und dem Lehensverband entspringenden Abgaben und Zehnten aussprachen und regelten. Die Umwandlung der bei uns üblichen Fall-Lehen, ein vom Eigentümer verliehenes Nutzungsrecht verbunden mit einem gegenseitigen Treueverhältnis, begann in unserer Gemeinde um 1830. Jeder einzelne Hofbesitzer schloss mit dem königlichen Cameralamt einen sogenannten "Allodifizierungsvertrag" ab. Darin wurde bestätigt, dass mit dem Abkauf der "Laudemien" (Rechte des Lehensherrn beim Tode oder Wegzug des Bauern) das bisherige Fallgut in ein Zins- und Gültgut als Eigentum des Besitzers umgewandelt wurde. Die Laudemien richteten sich nach dem Wert der Güter. Sie konnten eine beträchtliche Höhe erreichen und mussten bar oder sehr kurzfristig bezahlt werden. In späteren Erb- oder Verkaufsbeträgen wiesen die Hofbesitzer deutlich darauf hin, indem sie ihr Hofgut als "allodifiziertes" d.h. freies Eigentum bezeichneten. Die wesentliche Entlastung brachte jedoch erst die Ablösung der Zehnten und Frondienste in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Grundlage für die Berechnung lieferte der Jahresreinertrag. Er entsprach dem Jahresdurchschnitt aus 18 Ertragsjahren. Das 16ffache davon ergab dann die Höhe der Ablösungssumme. Da diese sehr hoch sein konnte, erstreckte sich ihre Bezahlung auf eine Laufzeit von 25 Jahren in jährlichen Tilgungsraten einschließlich der angefallenen Zinsen. Allerdings gingen so auch Rechte und Forderungen an die Grundherren und deren schützende Hand für die Bauern verloren. Manche hatten an der gewonnenen Freiheit schwer zu tragen und mussten viel Mühe und Sorge aufwenden, um ihren Hof zu halten und zu erhalten. 

Ein neues Gemeinwesen

Buch wurde in dieser Zeit zunächst dem Mittelamt Westhausen im Oberamt Wasseralfingen zugeordnet. Bald darauf entstand die Schultheißerei Schwabsberg, ein Gemeindeverband, zu dem die Orte Schwabsberg, Buch, Saverwang und Schwenningen gehörten. Damit war ein neues politisches Gemeinwesen gegründet. Jeder Teilort hatte seine eigene Verwaltung, eigene Markung, eigene Steuerabgaben mit eigenem Güterbuch. Bauernschultes lenkten bis 1933 die Geschicke der Gemeinde. Die Ortsteile hatten eine Teilgemeinderat, eine Teilgemeindepflege an deren Spitze ein "Anwalt" stand, soweit der jeweilige Ort nicht den Schutheißen stellte. Der Ort Buch, knapp 540 ha groß, zählte damals 204 Einwohner. Schwabsberg und Buch wurden durch eine sogenannte Schulgemeinde verbunden. Aus dem heutigen Rathaus, das einst als Schankwirtschaft erbaut worden war, machte man 1864 eine Schule, eine Lehrerwohnung und das Schultheißenamt. Große und kleine politische Ereignisse überstürzten sich nun. 1912 bekommt Buch ein eignes Schulhaus.

Die gesamte Gemeinde erhält elektrischen Stromanschluss. Zusammen mit Saverwang und Schwenningen wird Buch 1918 an die Landeswasserversorgung angeschlossen. Bisher waren die Orte durch eine Vielzahl von Schöpfbrunnen versorgt worden.

Kriegs- und Nachkriegszeit

Im 1. Weltkrieg werden fast alle wehrfähigen Männer zum Kriegsdienst eingezogen. Großeltern, Frauen und Kinder bewirtschaften die Höfe. Von den ausgezogenen Soldaten kehren 43 nicht mehr zurück, davon 10 von Buch. Nach Kriegsende verhindert dei Inflation weitere Entwicklungen. Auch damals ging es der Landwirtschaft, bedingt durch die Weltwirtschaftskrise, sehr schlecht. Viele mussten wieder um den Erhalt ihrer Höfe bangen, da ihre Produkte nicht mehr abgesetzt werden konnten. Es folgte die Machtübernahme der Nationalsozialisten.

Nach 1935 werden alle Ortsteile zur Gemeinde Schwabsberg zusammengeschlossen. Sitz der Verwaltung wird Schwabsberg. Der zweite große Krieg wirft seine Schatten auch auf unser Dorf. 65 Männer der Gemeinde verlieren in diesem Krieg ihr Leben auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen in  aller Welt. Buch allein hat 18 Gefallene zu beklagen. 9 Soldaten werden heute noch vermisst. Nach dem Krieg werden in unserer Gemeinde über 400 Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten Deutschlands aufgenommen. In Buch, einst ein Ort mit überwiegend bäuerlicher Bevölkerung, hatte sich bereis in den 30er Jahren ein Wandel zur Arbeiterwohngemeinde abgezeichnet. Die Eingliederung der Heimatvertriebenen beschleunigte diesen Prozess. Neue Baugebiete werden erschlossen und der Ort wächst in kurzer Zeit von ca. 500 auf heute über 900 Einwohner an. Nicht nur die alteingesessenen Bucher, sondern auch viele Zugezogene finden hier eine Heimat.

Unübersehbar und wesentlich hat sich dadurch auch die Struktur des Dorfes verändert. Von ursprünglich 32 landwirtschaftlichen Betrieben besteht heute, neben 3 Nebenerwerbs-, noch 1 Vollerwerbsbetrieb. Überdeutlich hat hier der in den letzten Jahren in Deutschland erfolgte Strukturwandel seine Spuren hinterlassen.

Durch die verkehrsgünstige Lage siedeln sich verschiedene Gewerbebetriebe in Buch und Goldshöfe an, die sich positiv auf die wirtschaftlichen Entwicklung auswirken. Die ortsansässigen Betriebe "Holzbau Wieser", "Stetter" usw. präsentieren sich aufgrund wettbewerbsorientierter Investitionen auf unternehmerisch hohem Niveau, was sich auch in einer stetig anwachsenden Zahl von Arbeitsplätzen niederschlägt.

Die größere Gemeinde Rainau

Die Gemeindereform 1975 brachte durch den Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden Dalkingen und Schwabsberg zur Einheitsgemeinde Rainau ein größeres Gemeinwesen. Mit der in Schwabsberg 1984/85 umgebauten und erweiterten Grund- und Hauptschule wird allen Schülern in einer modern und zeitgemäß ausgestatteten Schule eine optimale Schulausbildung angeboten. Die Grundschule Buch wurde dabei ganz aufgelöst. Sie wird als Außenstelle von Schwabsberg weitergeführt. Derzeit werden die ersten beiden Grundschulklassen von Buch und Schwabsberg hier unterrichtet. Als weitere Einrichtung des öffentlichen Bedarfs ist im Kindergarten St. Antonius allen Kindern ab drei Jahren ein Kindergartenplatz gesichert. 

Im Jahre 1967 wurde die DJK Sportgemeinschaft Schwabsberg/Buch gegründet. Hier kann Jung und Alt in vielen Abteilungen in einem aktiven Vereinsleben ihren sportlichen Interessen nachgehen. 

Eine gemeinsame Kläranlage für alle Teilorte in Schwabsberg mit einem über 12 km langen Kanalnetz stellt die bauliche Weiterentwicklung in der Gesamtgemeinde sicher.

Der Bau eines Feuerwehrhauses im Jahre 1997/98 in Buch brachte die Feuerwehr der Gemeinde auf den zeitgemäßen Stand. Unterstützt durch Maßnahmen der Flurbereinigung konnte die Umgehungsstraße B 290 verwirklicht werden. Im Jagsttal entstand der größte künstliche Stausee Nordwürttembergs mit einer Wasserfläche von 32 ha. Bis zu 1,2 Mill. Kubikmeter Wasser werden hier gespeichert zum Schutz der Unterlieger von Hochwasser und zur Anreicherung der Jagst in Trockenzeiten. 

1975 gründeten der Ostalbkreis, die Städte und Gemeinden Aalen, Ellwangen, Oberkochen, Lauchheim, Hüttlingen, Westhausen, Neuler und Rainau den Zweckverband "Erholungsgebiet Rainau-Buch". Hier hat sich ein gern besuchtes Freizeitgebiet für die ganze Region entwickelt. Umfangreiche Spiel- und Sportmöglichkeiten, ein Badestrand mit Liegewiesen, Spiel- und Trimmgeräten, Bootsanlegestege, ein Bootsverleih, großzügige Spielplätze, Grillstellen, eine Terrassengaststätte sowie ausgedehnte Rad- und Wanderwege findet der Besucher vor. Es bestehen Angelmöglichkeiten für Jedermann und Wassersportbegeisterte können Windsurfen und an Segelregatten teilnehmen. Für den geschichtlich und kulturell interessierten Besucher bietet das in die Freizeitanlagen integrierte Freilichtmuseum ein anschauliches Bild ehemaliger Anwesenheit der Römer am rätischen Limes.

Alle diese vielen Veränderungen im Laufe der letzten Jahrzehnte haben die Landschaft um Buch grundlegend neu geprägt. Die Naherholung liegt vor der Haustür. Ein rund um das Dorf gut ausgebautes Wegenetz kann sich vor Bewohnern und Besuchern sehen lassen.

(Auszug aus dem Jubiläumsbuch "75 Jahre Schützenverein Buch e.V." Herausgeber: Schützenverein Buch e.V. 1925)                                 

 

 

Weitere Links

Weitere Informationen zu Rainau sind in den nachfolgenden Links abzurufen:

bullethttp://www.rainau.de
bullethttp://www.ostalbkreis.de
bullethttp://www.gemeindetag-bw.de
bullethttp://www.baden-wuerttemberg.de/
bullethttp://www.ostwuerttemberg.de
bullethttp://www.bwue.de
                  

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Stand: 08. Juni 2006 18:04